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REVIEWS
J Mascis - Tied To A Star

J MASCIS

Tied To A Star
VÖ: 29. August 2014
Label: Sub Pop
Autor: Katja Embacher

Dinosaur Jr.-Mastermind J Mascis veröffentlicht sein zweites Solowerk. Mit "Tied To A Star" präsentiert sich der für seine launisch-lauten Riffs bekannte Gitarrist einmal mehr von seiner leisen Seite.

Die Sache mit dem Älterwerden. So mancher, der einst seine Gitarre in einem schrammeligen Independent-Musikclub schwang und dazu dem Publikum Songtexte um die Ohren knallte, die laut postulierten, wie sehr ihn die Gesellschaft mal kreuzweise kann, verdient sich dieser Tage seine Brötchen mit gemütlichem Altherren-Singer/Songwriter-Pop. Klar. Man kann ja nicht ewig so weitermachen, wie mit 20. Oder doch? J Mascis kann. Es gelingt ihm, sich seine schluffige Slacker-Pose zu bewahren, ohne sich unglaubhaft zu machen. Er schafft es, zu reifen, ohne sich zu verbiegen. Er bringt es fertig, neue Wege einzuschlagen, ohne sich dabei zu verirren. 

Mit "Several Shades Of Why" legte J Mascis vor drei Jahren ein vereinnahmendes Akustikalbum vor. Eine fragile Glanzleistung. Ein intimer Einblick, der einer Einladung ins Mascis’sche Wohnzimmer glich. Dort, wo dieses Album endet, beginnt "Tied To A Star". Dieses Mal jedoch öffnet J Mascis die Haustür und wagt sich hinaus. Zumindest bis in den Vorgarten. "Tied To A Star" wirkt trotz überwiegend akustischer Instrumentierung extrovertierter. Stabiler. In all der nach wie vor greifbaren Melancholie, die die Songs begleitet, finden sich immer wieder angezerrte E-Gitarren, die die Stücke nach vorne bringen. Manchmal gar treiben. In bester Dinosaur-Marnier gniedelt Mascis sich beispielsweise durch "Every Morning". Dort wagt sich gar ein Schlagzeug hinaus ins Feld. Dass die Songs dennoch nicht wie die stromsparende Variante von Dinosaur Jr.-Balladen wirken, verdanken sie variationsreichem Picking und dem gekonnten Wechselspiel aus zurückhaltendem Seufzen und aufbegehrendem Lamento. Einer der Höhepunkte, bei dem einfach alles stimmt, ist zweifelsohne die traurige wie schöne Liebesballade "Wide Awake", in der Chan Marshall alias Cat Power die Backingvocals übernimmt.

Seltsam, fast schon unheimlich erscheint es, dass J Mascis anscheinend nie in die Verlegenheit kommt, ein richtig schlechtes Album zu veröffentlichen. Dem Gesetz der Statistik folgend müsste bei all den Scheiben, die der Dinosaur Jr.-Sänger im Laufe der Jahre in die Plattenläden gebracht hat, wenigstens eine Vollkatastrophe dabei sein. Zugegeben: Einige Songs sind blasser als andere, manche Alben sind schwächer als Vorgänger oder Nachfolger, dennoch gibt es keine wirklichen Ausreißer. Auch mit seinem zweiten Soloalbum "Tied To A Star" bricht der graue Gitarrenzauberer aus Massachusetts nicht mit seiner Serie. Der Longplayer reicht zwar nicht ganz an die Größe seines Vorgängers heran, nichtsdestotrotz führt er das Grundgefühl dessen konsequent fort. In der J Mascis-eigenen Mixtur aus entspannter "So fucking what?!"-Attitüde und präzisem professionellen Songwriting. In diesem Sinne: Auf viele weitere Jahre des juvenilen Reifens!


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