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Lonelady - Nerve Up

LONELADY

Nerve Up
VÖ: 26. Februar 2010
Label:
Warp
Autor: Katja Embacher

Manchester ist eine Stadt, deren Mauern Legenden erzählen könnten. Vom Aufstieg und Zerfall einer der größten Industriemetropolen der Welt, von zwei international erfolgreichen Fußballvereinen, deren Stadien für viele der Mancunians das Äquivalent zur Kirche darstellen und von einer Musikszene, die wiederum selbst Legenden gebar.

Ebenso kann man Geschichten über Manchesters Mauern erzählen - wenn man sie nur gut genug kennt. Julie Campbell aka Lonelady kennt die Stadt, in der sie aufgewachsen ist, in- und auswendig. Die Geschichten, die sie zu ihrem Debüt "Nerve Up" inspirierten, finden sich in keinem Reiseführer und in keinem Artikel über die schönsten Städte der Welt. Es sind Anekdoten über heruntergekommene Arbeiterviertel, schmutzige Straßen, Bordelle und Bars. Eine Seite der Metropole, die düster und faszinierend zugleich ist und die sich auch in der Musik von Lonelady widerspiegelt.

Dabei macht Lonelady weder einen Hehl um ihre Heimatstadt, noch um die musikalischen Mentoren, die sie beeinflusst haben: PiL, Gang Of Four oder Joy Division. Insbesondere letztere haben im Sound von Lonelady ihre Fußspuren hinterlassen. Der Fokus liegt auf minimalistischen Instrumentierungen: Stoischen Gitarrenarrangements, monotonen Basslines oder moll-lastigen Synthesizern. Hie und da blitzt eine fast trotzig aufbegehrende Punk-Attitüde durch, die im nächsten Augenblick von desolater Verzweiflung davon gespült wird. Die Musik pendelt stetig zwischen Tristesse und Enthusiasmus, Melancholie und Euphorie, Apathie und Agilität. Bei aller Fragilität und Verletzlichkeit, die in der Stimme Julie Campbells mitschwingt, darf man eines nicht vergessen: Die Lady ist eine Kämpferin. Mit einem geringen Budget richtete sich die Sängerin in einer alten Fabrikhalle ihr eigenes Studio ein, um innerhalb von nur vier Wochen ihr Debütalbum aufzunehmen. Das Ergebnis macht deutlich, dass ein Wille Berge versetzen kann.

"Nerve Up" ist Ode und Kriegserklärung an Manchester zugleich. Eine Hass-Liebe als Motor, der Sound als Vehikel. Ein Wegweiser für eine neue Generation von Musik, die die übermächtigen Geister aus der Vergangenheit nicht fürchtet, sondern ehrt.


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