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REVIEWS
Manic Street Preachers - Send Away The Tigers

MANIC STREET PREACHERS

Send Away The Tigers
VÖ: 04. Mai 2007
Label: Red Ink
Autor: Katja Embacher

Nachdem James Dean Bradfield und Nicky Wire im letzten Jahr Solopfade einschlugen, mag so mancher entgegen aller Statements der Band befürchtet haben, die Manic Street Preachers seien am Ende angekommen. Die Sorgen erweisen sich als unbegründet. Gerade erscheint mit "Send Away The Tigers" das achte der Band. Und eines sind die Manics mit Sicherheit nicht: Sie sind noch lange nicht fertig!

Die Phase der Sammlung und Selbstorientierung scheint den Herren gut getan zu haben: "Send Away The Tigers" klingt fast so, als seien die Waliser in den letzen drei Jahren täglich einmal in einen Jungbrunnen gehüpft. Laut, brachial und enthusiastisch melden sie sich zurück. Die melodiös-poppige Verspieltheit des Vorgängers "Lifeblood" ist einem rotzig-rauen Charme gewichen, der stark an das Debüt "Generation Terrorists" erinnert und den viele Fans auf den letzen Alben schmerzlich vermisst haben. Zehn Tracks, verteilt auf 38 Minuten, die die Manics in Bestform präsentieren. Mit einem Hang zu hymnenhaften Refrains und dem offenen Bekenntnis zur klanglichen Overdose.
"Autumnsong" greift mitten hinein in Rock-Klischees á la Guns 'n' Roses oder Aerosmith, mit einem Intro, das an "Sweet Child O' Mine" erinnert und Chören, die Queen nicht besser hätten einsingen können.

Textlich sind die Manic Street Preachers ihrer Linie treu geblieben: Intelligente Lyrics, die politische wie soziale Themen reflektieren. Im Fokus des Trios: Die USA. Von der Kritisierung der gesetzlich übergeordneten Stellung der Weltmacht ("Rendition") bis hin zur Auseinandersetzung mit der Trauer über menschliche Verluste, die der Irak-Krieg forderte ("Imperial Bodybags") und der damit verbunden Kritik am gesellschaftlich pauschalisierten Bild des "American Idiots".

Stimmliche Unterstützung erhält James Dean Bradfield bei "Your Love Alone Is Not Enough" durch Nina Persson von den Cardigans. Ein Song, der interpretativen Spielraum lässt: Egal, ob von sozialer oder politischer Warte aus betrachtet - ein einziger Aspekt kann niemals genug sein, um ein Ganzes zusammenzuhalten; sei es der Glaube an einen Staat oder der Versuch, einen Menschen zum Bleiben zu bewegen. Ein Track, der sich bis hin zur Thematik des Suizids auseinander dröseln lässt. Ist hier die Rede von Manics-Gitrarrist Richey James Edwards, der seit 1995 als vermisst gilt? Zugegeben, eine spekulative Interpretation des Hörers, die sich an dieser Stelle jedoch geradezu aufzudrängen scheint.

"Send Away The Tigers" benutzte der Komiker Tony Hancock übrigens als Synonym dafür, sich abzufüllen. Ein exzessiver Befreiungskampf gegen die eigenen Dämonen und Fehlentscheidungen im Leben. Songwriter Wire zieht eine Parallele zu redundanten Äußerungen, die er einst machte und die ihn nun verfolgen. Wenn die Aufarbeitung der Vergangenheit so ausfällt, wie bei diesem Album, kann man das nur als grandiose Form der Eigentherapie beschreiben.


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