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Morning Boy - We Won't Crush

MORNING BOY

We Won't Crush
VÖ: 26. November 2010
Label:
Waggle-Daggle Records
Autor: Simon Blümer

Getreu dem Motto, "Indie-Gitarristen – Schrammler und Kopisten", stehen Indie-Rockbands nicht unbedingt unter dem Verdacht, zu den besonders virtuosen Vertretern ihres Handwerks zu zählen. Bei Morning Boy schießt zumindest die erste Hälfte dieses ohnehin zweifelbaren Vorurteils gleich kilometerweit vorbei. Denn mit der verbreiteten Vorstellung von unavanciertem Garagenrock hat das Frankfurter Quartett soviel zu schaffen, wie hessischer Äppelwoi mit gut gereiftem Guinness. Stattdessen zeigt die Band aus der Main-Metropole auf dem Debüt "We Won't Crush" eine stilistische Vielseitigkeit, die so ziemlich alles mit einschließt, was ein Abend in der Indie-Disco so hergibt. Musikalisch versteht sich.
 
In schon beeindruckender (oder beängstigender) Souveränität reihen sich The Whitest Boy Alive, The Cure, Editors und Franz Ferdinand aneinander, als wäre es das Normalste auf der Welt, eine Band zu hören, die quasi David Bowie im Schnelldurchlauf abspielt. Das ist einerseits so beeindruckend, dass manche Kritiker Purzelbäume vor Begeisterung schlagen, wenn sie von der "Most British Band Deutschlands" sprechen. Andererseits treibt manch anderem ein derart perfektioniertes Wechselspiel der Stile tiefe Falten in die Kritikerstirn. Denn eine Band, die ganz offensichtlich so viel Talent und Einfühlungsvermögen besitzt, um die hiesige Pop-Landschaft absolut überzeugend zu imitieren, dass die Kopie schon selbst zur Kunstform erhoben werden kann, muss sich die Frage stellen lassen, warum sie nur bei der Imitation bleibt. Während andere Musiker klingen wie eine Mischung aus x und y, klingen Morning Boy wie deren Aneinanderreihung. An Stelle von musikalischen Vorbildern stehen auf "We Won't Crush" musikalische Vorlagen. Musikalisch ist das sicherlich eine imposante Leistung. Doch bleibt bei all den Zitaten und Imitationen eine Kleinigkeit zwangsläufig auf der Strecke: Morning Boy selbst.

Aber wie schade wäre es, wenn eine derart versierte Band nach dem Debüt keine Ziele mehr für's nächste Album hätte? Ein guter Vorsatz wäre es allemal. Guten Rutsch!


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