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Morrissey - Years Of Refusal

MORRISSEY

Years Of Refusal
VÖ: 13. Februar 2009
Label:
Decca 
Autor: Katja Embacher

Als Smiths-Fan eine Morrissey-Platte in den Händen zu halten und diese rezensieren zu müssen, ist wahrhaft keine leichte Aufgabe. Zumindest nicht, wenn man diesen Mann bereits für sich als lebende Ikone auf den Sockel der Popmusik gestellt hat. Nichtsdestotrotz liegt mit "Years Of Refusal" das nunmehr zehnte Soloalbum von Mozza in meinem Player und wartet darauf, gehört und bewertet zu werden.

Morrissey war immer schon ein Inbegriff an Polarisation: Während die einen bereits zu Smiths-Zeiten die kontroversen Aussagen des Briten lobpriesen, seine bissig-ironischen Texte huldigten und seine Exzentrik zum Kult erhoben, kritisierten die anderen seine politischen Äußerungen und mutmaßten über seine sexuelle Gesinnung. Die Gerüchteküche brodeltet stetig. Polarisieren dürfte auch der aktuelle Longplayer von Mozza: Trotzte Morrissey mit seinem Album "You Are The Quarry" noch allen Kritikern, die ihn als in die Jahre gekommenen Paradezyniker abstempelten und bewies mit dem Nachfolger "Ringleader Of The Tormentors" allen Skeptikern, dass er das Gespür für solides Songwriting nicht verloren hat, so kommt "Years Of Refusal" doch eher behäbig daher.

Zwar finden sich mit der Singleauskopplung "I'm Throwing My Arms Around Paris", "When I Last Spoke To Carol" oder "It's Not Your Birthday Anymore" nach wie vor großartige Stücke auf dem aktuellen Longplayer des Briten, die morrisseyesker nicht sein könnten; bei Songs wie "All You Need Is Me" oder der melancholischen Ballade "You Were Good In Your Time" fragt man sich dagegen, ob es sich um ausgemusterte B-Ware handelt. Selbst die textliche Dichte und die streichergetragene Instrumentierung vermag es nicht, die langsam aufkeimende Langeweile zu verscheuchen. Es säuselt und frohlockt, schleicht sich schmeichelnd in den Gehörgang - nur um dann genauso unaufdringlich wieder in den Tiefen des Vergessens zu verschwinden.

Auf welchen Konsens einigt man sich also letzten Endes nach einer knappen Dreiviertelstunde? Vielleicht darauf, dass Mozza nach 25 Jahren nichts mehr beweisen muss, vielleicht, dass er sich auf "Years Of Refusal" auch einfach weigert, dem zu entsprechen, was man von ihm erwartet. In jedem Fall bleibt ein schaler Beigeschmack beim Gedanken daran, dass ein Mann, dem man Songs wie "There's A Light That Never Goes Out", "How Soon Is Now" oder "Bigmouth Strikes Again" zu verdanken hat und der die Schreibende auch ohne Marr's Unterstützung mit Solotracks wie "Every Day Is Like Sunday" oder "You Have Killed Me" emotional in die Knie trieb, nun in die Mittelmäßigkeit abzudriften scheint. Ja, es ist eine undankbare Aufgabe, als Smiths-Fan eine Morrissey-Platte bewerten zu müssen...


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