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Olli Schulz und der Hund Marie - Warten auf den Bumerang

OLLI SCHULZ UND DER HUND MARIE

Warten auf den Bumerang
VÖ: 17. November 2006
Label: Labels
Autor: Katja Embacher

Wer außer Olli Schulz und der Hund Marie veröffentlichen Alben mit so wunderbaren Titeln wie "Brichst du mir das Herz dann brech' ich dir die Beine"? Das neueste Werk des nun Wahlberliners Schulz und seinem musikalischen Begleiter Max Schröder heißt "Warten auf den Bumerang" - und der kommt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Hörer zugeflogen, wenn man dieses Album in den Player legt.

Der erste Gedanke, der durch meinen Kopf schießt: "Was macht man bloß mit diesem Jungen?" - Einstieg bei Track 9! Denn so nachdenklich hat man Olli Schulz selten erlebt. Keine Spaßkapriolen à la "Küss mich schnell bevor du platzt", sondern vielmehr ernsthafte, durchdachte Textpassagen, die grüblerisch stimmen. Es scheint so, als hätte Herr Schulz die Zeit nach dem "Beigen Album" genutzt, um seine Umwelt akribisch zu beobachten und das Gesehene mit "Warten auf den Bumerang" auf teils spitzfindige, teils sarkastische Art und Weise zu reflektieren.

Momentaufnahmen, fragmentarische Beobachtungen der eigenen Existenz oder des Lebens der anderen, wer weiß das schon so genau? Schließlich muss ein Ich-Erzähler nicht zwangsläufig das Ego des Künstlers repräsentieren. Letztendlich ist das alles aber auch egal! Fakt ist, dass Olli Schulz sich diesmal textlich verstärkt mit den alltäglichen Sinn- und Unsinnigkeiten auseinandersetzt. Reflexionen über Gewinner, die längst verloren haben und Verlierer, die nicht an das Gewinnen glauben. Mal melancholisch wie auf "Rückspiegel", mal bissig und zynisch wie auf "Wenn das Leben dich beisst". Und manchmal schlagen Schulz und Schröder auch ungewohnt ruhige Klänge an, wie bei "Unsichtbarer Vogel" oder "Armer Vater", einer traurig-schönen Ballade über (un)fähiger Erzeuger, die beim Hörer ein böses Kratzen im Hals hinterlässt. Das Hustenbonbon dagegen folgt prompt. Nämlich genau in dem Moment, in dem Olli Schulz und der Hund Marie den letzten Song des Albums anstimmen. "Kleine Meise" ist der einzige Track auf "Warten auf den Bumerang", der leicht, flockig und mit dem altbekannten schulzesken Humors daherkommt. Wechselbad der Gefühle, kurz vorm Abspann - es lebe der perfekten Spannungsbogen!

Mit seinem nunmehr dritten Album beweist Olli Schulz, dass er weitaus mehr in petto hat, als kleine, hübsch verpackte Witzigkeiten. "Warten auf den Bumerang" ist wie ein Rundumschlag im Leben eines 08/15-Durchschnittstypen. Ein Album, in dem man sich wohl fühlt, weil es das reflektiert, was man jeden Tag selber vor der eigenen Haustür und im Spiegel des Stillen Kämmerleins sieht. Ohne Ratschläge zu geben, ohne Weisheiten zu verteilen, sondern einfach nur mit einer großen Portion Ehrlichkeit.


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