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REVIEWS
Sleater-Kinney - No Cities To Love

SLEATER-KINNEY

No Cities To Love
VÖ: 16. Januar 2015
Label:
Sub Pop
Autor: Katja Embacher

Wenn eine Band wie Sleater-Kinney verlauten lässt, nach zehn Jahren der Abstinenz ein neues Album zu veröffentlichen, so ist diese Nachricht ein Kracher. Die Lunte daran zündet "No Cities To Love" selbst. Sleater-Kinney knallen hier ein regelrechtes Brett auf den Plattenteller. Fans und Kritiker hatten dies vielleicht erhofft, Sleater-Kinney scheinen von sich selbst nichts anderes erwartet zu haben.

"No Cities To Love" wirkt so als hätten sich Corin Tucker, Carrie Brownstein und Janet Weiss nichts anderes vorgenommen, als eines der besten Alben ihrer Band-Geschichte heraus zu prügeln. Die Erwartungshaltungen an den Release von "No Cities To Love" zerren von zwei Seiten aus an dem Comeback-Album von Sleater-Kinney: In der einen Ecke des Rings stehen Fans und Kritiker, die lange Zeit auf einen neuen Output der Band gewartet haben. In der anderen steht das Trio selbst, das an "No Cities To Love" wesentlich höhere Ansprüche stellt, als an einen schnöden Comeback-Longplayer. Das hier soll mehr sein. Nicht nur ein müder Aufguss, ein Beweis, dass man's noch kann oder der Versuch, noch den einen oder anderen Dollar zu verdienen. Das ist die Markierung eines Standpunkts. Aus diesem Druck, diesem Zerren, entsteht eine Reibung, die auf jedem Track der Platte spürbar wird. Eine Energetik, die "No Cities To Love" dazu befähigt, über sich selbst hinaus zu wachsen.

Bissig, zornig und unbeugsam rumpeln die zehn Songs durch den Äther. Kratzige Gitarrenspuren liefern sich ein Duell mit eindringlichen, fast scharfkantigen Vocalparts. Dazwischen sind es schnellschrittige Drums, die Tracks wie "Surface Envy", "No Anthems" oder "Price Tag" vorantreiben, als wäre der Beelzebub persönlich hinter ihnen her. Dem Voranpreschen zum Trotz schaffen Sleater-Kinney in Tracks wie "No Cities To Love" oder "Bury Our Friends" Raum für melodiöse Klangfolgen, die sich im Kopf festsetzen. Dazwischen immer wieder raue Ecken, sperrige Kanten, abrupte Brüche und ein beeindruckender Abgang. Das düster-dröhnende "Fade" drängt den Hörer mit unnachgiebiger Bestimmtheit aus dem Album heraus, als wolle man die Tore der ungeliebten Städte nun endgültig verbarrikadieren.

"No Cities To Love" geht weit über die Erwartungen an ein Comeback-Album hinaus. Durch seine Dynamik wirkt der Longplayer frisch wie aus dem Ei gepellt. Fast nahtlos reiht sich das achte Album in die Sleater-Kinney-Diskographie ein. Damit gelingt es dem Trio, zehn Jahre aus dem Weg zu fegen, wie einen Haufen verrotteten Laubs. Nicht mit einer pomadigen Handbewegung, sondern mit einem Drahtbesen, den man mit großem Energieaufwand durch die Blätterhaufen schiebt. Jede einzelne Sekunde dieser Anstrengung wird durch das beeindruckende Ergebnis gerechtfertigt.



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