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REVIEWS
The Bravery - The Sun And The Moon

THE BRAVERY

The Sun And The Moon
VÖ: 07. September 2007
Label:
Island (Universal)
Autor: Katja Embacher

Wir erinnern uns: 2005 veröffentlichten The Bravery ihr selbstbetiteltes Debüt-Album. Während die einen das New Yorker Quintett wegen ihres Post-Punk-Synthiepop mit New Wave-Einlagen feierten, beschimpften sie die anderen als Epigonen der Killers. Unbeeindruckt dessen werkelten The Bravery fleißig an ihrem Zweitlingswerk "The Sun And The Moon", das dieser Tage erscheint.

In zwei Jahren fließt bekanntermaßen viel Wasser den Hudson River hinunter. Nicht nur die Killers haben musikalisch umstrukturiert, auch bei The Bravery hat sich einiges verändert. Die Zackigkeit zusammengefrickelter Soundelemente findet sich höchstens noch auf "Every Word Is A Knife In My Ear" wieder. Beatige Rhytmen lassen Songs wie "Bad Sun" oder "Angelina" trotz melancholisch desillusionierter Lyrics einen Tick sonniger erscheinen, als die Tracks des Vorgänger-Albums. Auch was den Einsatz der Instrumente betrifft, haben die Jungs neue Wege eingeschlagen. Ungewohnt sanfte Streicherarrangements und Pianoklänge umschmeicheln den Hörer bei der Ballade "The Ocean". Und noch etwas fällt auf: The Bravery haben die Synthie-Elemente heruntergeschraubt und durch reinsten Gitarrenpop ersetzt. "The Sun And The Moon" klingt passagenweise wie eine Reminiszenz an die glorreichen Zeiten von Cast oder den Inspiral Carpets. Das Triplett "Time Won't Let Me Go", "Tragedy Bound" und "Fistful Of Sand" hätte ohne weiteres noch aus Tom Hingleys Feder stammen können - von der offensichtlichen Radiotauglichkeit mal abgesehen. Überhaupt erinnert hier einiges an den Sound der Insel. Ab und an weht gar ein beatleeskes Lüftchen durch die Songs, das den Klang alter Klassiker der La's mit sich trägt.

Ist das nun gut oder schlecht? Kommt darauf an, von welcher Seite des Zauns aus man diese Frage betrachtet. Während die einen wieder "Epigonitis lass nach!" schreien werden, stimmen die anderen Lobgesänge auf die Wiederentdeckung und -verwertung urbritischer Klänge an. Die ewig leidige Frage nach der Neuerfindung des Rads, der immerwährende Kampf geschmacklicher Differenzen. Dessen ungeachtet bleibt der schlichte Fakt, dass "The Sun And The Moon" einiges von der Energie des Vorgängers eingebüßt hat. Die Eletroclash-typischen Ecken und Kanten sind einer einschmeichelnden Eingängigkeit gewichen. Nichtsdestotrotz steht die instrumentelle Umstrukturierung den Songs gut zu Gesicht.

Mit "The Moon And The Sun" haben The Bravery ein ungezwungenes Pop-Album geschaffen, das immer noch genug Tiefgründigkeit besitzt, um nicht in der Sparte "Fahrstuhlmusik" oder "Kaufhausberieselung" zu landen. Vielleicht nicht spektakulär, aber dennoch ein gelungener Spagat zwischen der unerträglichen Leichtigkeit des Seins und der trüben Novemberdepression.


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