POPCONNECTION
DATENSCHUTZERKLÄRUNG   IMPRESSUM
NEWS
REVIEWS INTERVIEWS KONZERTE FEATURES KÜNSTLER A-Z
POPCONNECTION - Reingehört - Wild Nothing - Nocturne
Home » Reviews » Wild Nothing - Nocturne
REVIEWS
Wild Nothing - Nocturne

WILD NOTHING

Nocturne
VÖ: 24. August 2012
Label:
Cooperative Music
Autor: Katja Embacher

Die ewige Krux mit den 80ern. Die heutigen Knapp-Mittzwanziger bis Frühdreißiger entspringen ihnen, die Generation der in den 70ern Geborenen wurde durch sie geprägt. Frönte der couture terrible über dem Bauchnabel geknoteter Tops, experimentierte mit VoKuHiLa und tanzte zu Pop, der stellenweise beschämend verkitscht war wie Neonkreolen und Dauerwellen. Fast jeder hat's getragen und gehört - nur keiner will es zugeben, weil es irgendwie peinlich ist. Und dann gab es da noch die gute Seite der bösen 80er: The Cure, The Smiths, die Cockteau Twins oder Lush. Die Helden, die man liebt und niemals verleugnen würde. Eben diese beschwört Jack Tatum aka Wild Nothing mit seinem aktuellen Album "Nocturne".

Dem jungen Mann aus Virginia sind Mode oder Haircrimes egal. Ihm geht es um die Musik. Er ist verwurzelt im (guten) Sound dieser Zeit. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass Songs wie der Titeltrack "Nocturne", "Disappear Always" oder "The Blue Dress" immens an Robert Smiths und Co. erinnern. Ohne zu imitieren. Vielmehr greift Jack Tatum das Beste einer Ära auf und projiziert es in das Hier und Jetzt. Nachdem sein Debüt "Gemini" durch das Internet populär wurde, steht bei "Nocturne" bereits eine Fangemeinde hinter Tatum, die entsprechende Erwartungshaltungen mit sich bringt. Für den Songwriter scheint dies weniger einen Druck denn eine Herausforderung darzustellen, die er bravourös meistert. "Nocturne" knüpft an den Vorgänger "Gemini" an und führt diesen konsequent fort. Ausgefeilter, gereifter. Irgendwo zwischen Shoegaze und Dreampop. Mit in schlichter Schönheit verharrenden Melodien und Texten, die fragil erscheinen, wie dahingehauchte Wortfetzen im Wind. Verträumt, verspielt und bisweilen ohrwurmartig. Ein Wechselspiel aus Streichersequenzen, Synthies und Gitarren, das stets die Balance zwischen Melancholie und Glück bewahrt. Surreal und golden, wie das diffuse Licht eines Spätsommertages, an dem man sich zwischen den Jahreszeiten bewegt und diesen Moment genießt, als gehöre er nur einem selbst.
 
Mit Songs wie "Through The Grass" oder "This Chain Won't Break" enthebt sich "Nocturne" Raum und Zeit. Durchschreitet Dimensionen, als seien sie nichts anderes als seidige Vorhänge, die man mühelos beiseiteschiebt. Plötzlich schert man sich nicht mehr um die vermaledeiten Klischees eines ausgeklungenen Jahrzehnts. Man verspürt einfach nur noch den Drang, "Disintegration" aufzulegen, die Welt zu umarmen - und vielleicht Giana Sisters auf dem C64 zu spielen. Danke dafür!



Mehr zu WILD NOTHING


SUCHE
A B C D E F G
H I J K L M N
O P Q R S T U
V W X Y Z 0-9 #
AKTUELLE REVIEWS

we_path

Slowtide
A Gentle Reminder

we_path

Snail Mail
Lush

we_path

The Boxer Rebellion
Ghost Alive

we_path

The Breeders
All Nerve

we_path

Gregor McEwan
From A To Beginning

we_path

William McCarthy
Shelter
ZUFÄLLIG SCHON GELESEN?

we_path

GREGOR MCEWAN
Houses And Homes

we_path

DINOSAUR JR.
Farm

we_path

TOMMY FINKE
Repariert, was Euch kaputt macht
INTERN EXTERN
Kontakt Facebook
Impressum
Datenschutzerklärung
   © 2019 Popconnection.de | Das Online-Magazin für alternative Popmusik | CMS by webEdition